Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

Berlin - Neukölln - Kranoldplatz 11

aktuell - geistliches Wort

An(ge)dacht

Liebe Glieder und Freunde unserer Gemeinden, es fasziniert mich immer wieder, wie menschlich unser Gott in der Bibel beschrieben wird. Im Neuen Testament nimmt er ja in seinem Sohn Jesus Christus selbst menschliche Gestalt an. Doch auch in den Büchern des Alten Testaments wird Gott uns sehr menschlich beschrieben: Der Erzvater Jakob kämpft mit ihm eine Nacht lang am Jabbok, ringt ihm dabei um den Preis einer hinkenden Hüfte den Segen ab und wird fortan Israel genannt (1.Mose 32,23-33). Besonders die Psalmen beschreiben Gott sehr menschlich: als Vater und Mutter sorgt er für die Seinen und gibt ihnen Schutz und Geborgenheit, vielfältige Gaben im Überfluss. Der Monatsspruch August ist aus dem Gebet des Königs Hiskia, der sich in seiner großen Not an Gott wendet und um Rettung vor der Bedrohung durch die Assyrer bittet. Der Prophet Jesaja wird dem König die Botschaft von der Erhörung seines Gebets und der Errettung Judas überbringen. Für mich und mein Vertrauen zu Gott ist das immer wieder hilfreich: Gott hat Ohren, in die ich meine Gebete hineinsprechen kann. Er hört, die Worte kommen bei ihm an. Und er reagiert, indem er meine Gebete erhört. Dabei ist seine Antwort nicht immer die, die ich erwarte und mir wünsche. Aber ich darf Vertrauen in seine Wege mit mir haben. Und Gott hat Augen: er sieht mich und alles, was um mich herum geschieht. Sein Blick ist weiter und umfassender als mein enger Horizont. Er hat mein Wohlergehen im Blick und das Ziel meines Lebens. Und dabei sieht er mich immer wieder mit den Augen seiner Barmherzigkeit an. Seine Gnade und Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, trägt mich in schweren Zeiten und hilft mir über Krisen hinweg. So erfahre ich Gott immer wieder als guten Freund, der mit mir durchs Leben geht. Er ist an meiner Seite, leitet und führt mich. Ihm darf und will ich mich anvertrauen. Gut, dass sein Herz und sein Ohr immer für mich offen sind, dass er sein Auge auf mich hat. So bin ich bei ihm sicher und geborgen. Dass wir in diesem Vertrauen zu Gott, unserm himmlischen Vater, immer wieder gestärkt werden und daraus leben, das wünscht Ihnen / Euch von ganzem Herzen Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe

Sehnsucht nach Gottes

Nähe

„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommele nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Vom französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry stammt dieses Zitat. Die Sehnsucht setzt er an den Anfang jedes Tuns. Für Saint-Exupéry ist sie Voraussetzung für das Gelingen eines Vorhabens und zugleich Motivation. Die Sehnsucht kann den Menschen Hoffnung verleihen und gibt ihrem Tun einen Sinn. Im Alten Testament beschreibt der Prophet Haggai etwas Ähnliches. „Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig“. Lange Jahre haben die Israeliten im Exil verbracht. Zurück in der Heimat, ermutigt Haggai das Volk dazu, Gottes Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Denn der alte Tempel war zerstört worden. Und die Israeliten hatten zuerst ihre eigenen Häuser wieder aufgebaut – das war erst mal wichtiger. Und dennoch fehlt etwas. Nach den Erfahrungen in der Ferne beschreibt Haggai die Sehnsucht nach der Nähe zu Gott, seinem Frieden und seiner Gerechtigkeit. Gottes Tempel wieder aufzubauen – das steht dafür, dass Gott bei den Menschen wohnt. Es geht Haggai um die Gemeinschaft mit Gott und ihm im eigenen Leben einen festen Platz zu geben. Auch Jesus greift dies auf. Im Matthäusevangelium sagt er: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.“ Detlef Schneider

BESINNUNG

Es dringt von Ferne ein seltsamer Ruf, leise durch das Zimmer, mir wird so kalt, ich wende mich ab, höre das Rufen noch immer. Höre das Ticken vom alten Werke der dunklen Uhr an der Wand, glaub, es hat jemand zur Abendstunde leise meinen Namen genannt. Foto: epd-Bild Draußen klopfte ein Fremder ans Tor, ich sah eine bittende Hand. Es war nur ein Bettler in schlechter Gesellschaft, der vor meiner Türe stand. Schon bald zog er weiter und senkte den Blick, hat nie seinen Namen genannt, doch damals schon glaubte ich, ich hätte den Alten von irgendwoher gekannt. Dann traf ich ihn wieder in alten Geschichten, wovon in der Bibel geschrieben und wünschte er käme noch einmal zurück, oder wäre nur stehen geblieben. (Nach Marlies Brümmer, Wendisch Rietz)
Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

aktuell - geistliches Wort

An(ge)dacht

Liebe Glieder und Freunde unserer Gemeinden, es fasziniert mich immer wieder, wie menschlich unser Gott in der Bibel beschrieben wird. Im Neuen Testament nimmt er ja in seinem Sohn Jesus Christus selbst menschliche Gestalt an. Doch auch in den Büchern des Alten Testaments wird Gott uns sehr menschlich beschrieben: Der Erzvater Jakob kämpft mit ihm eine Nacht lang am Jabbok, ringt ihm dabei um den Preis einer hinkenden Hüfte den Segen ab und wird fortan Israel genannt (1.Mose 32,23-33). Besonders die Psalmen beschreiben Gott sehr menschlich: als Vater und Mutter sorgt er für die Seinen und gibt ihnen Schutz und Geborgenheit, vielfältige Gaben im Überfluss. Der Monatsspruch August ist aus dem Gebet des Königs Hiskia, der sich in seiner großen Not an Gott wendet und um Rettung vor der Bedrohung durch die Assyrer bittet. Der Prophet Jesaja wird dem König die Botschaft von der Erhörung seines Gebets und der Errettung Judas überbringen. Für mich und mein Vertrauen zu Gott ist das immer wieder hilfreich: Gott hat Ohren, in die ich meine Gebete hineinsprechen kann. Er hört, die Worte kommen bei ihm an. Und er reagiert, indem er meine Gebete erhört. Dabei ist seine Antwort nicht immer die, die ich erwarte und mir wünsche. Aber ich darf Vertrauen in seine Wege mit mir haben. Und Gott hat Augen: er sieht mich und alles, was um mich herum geschieht. Sein Blick ist weiter und umfassender als mein enger Horizont. Er hat mein Wohlergehen im Blick und das Ziel meines Lebens. Und dabei sieht er mich immer wieder mit den Augen seiner Barmherzigkeit an. Seine Gnade und Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, trägt mich in schweren Zeiten und hilft mir über Krisen hinweg. So erfahre ich Gott immer wieder als guten Freund, der mit mir durchs Leben geht. Er ist an meiner Seite, leitet und führt mich. Ihm darf und will ich mich anvertrauen. Gut, dass sein Herz und sein Ohr immer für mich offen sind, dass er sein Auge auf mich hat. So bin ich bei ihm sicher und geborgen. Dass wir in diesem Vertrauen zu Gott, unserm himmlischen Vater, immer wieder gestärkt werden und daraus leben, das wünscht Ihnen / Euch von ganzem Herzen Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe

Sehnsucht nach Gottes

Nähe

„Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommele nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Vom französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry stammt dieses Zitat. Die Sehnsucht setzt er an den Anfang jedes Tuns. Für Saint-Exupéry ist sie Voraussetzung für das Gelingen eines Vorhabens und zugleich Motivation. Die Sehnsucht kann den Menschen Hoffnung verleihen und gibt ihrem Tun einen Sinn. Im Alten Testament beschreibt der Prophet Haggai etwas Ähnliches. „Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig“. Lange Jahre haben die Israeliten im Exil verbracht. Zurück in der Heimat, ermutigt Haggai das Volk dazu, Gottes Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Denn der alte Tempel war zerstört worden. Und die Israeliten hatten zuerst ihre eigenen Häuser wieder aufgebaut – das war erst mal wichtiger. Und dennoch fehlt etwas. Nach den Erfahrungen in der Ferne beschreibt Haggai die Sehnsucht nach der Nähe zu Gott, seinem Frieden und seiner Gerechtigkeit. Gottes Tempel wieder aufzubauen – das steht dafür, dass Gott bei den Menschen wohnt. Es geht Haggai um die Gemeinschaft mit Gott und ihm im eigenen Leben einen festen Platz zu geben. Auch Jesus greift dies auf. Im Matthäusevangelium sagt er: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.“ Detlef Schneider

BESINNUNG

Es dringt von Ferne ein seltsamer Ruf, leise durch das Zimmer, mir wird so kalt, ich wende mich ab, höre das Rufen noch immer. Höre das Ticken vom alten Werke der dunklen Uhr an der Wand, glaub, es hat jemand zur Abendstunde leise meinen Namen genannt. Foto: epd-Bild Draußen klopfte ein Fremder ans Tor, ich sah eine bittende Hand. Es war nur ein Bettler in schlechter Gesellschaft, der vor meiner Türe stand. Schon bald zog er weiter und senkte den Blick, hat nie seinen Namen genannt, doch damals schon glaubte ich, ich hätte den Alten von irgendwoher gekannt. Dann traf ich ihn wieder in alten Geschichten, wovon in der Bibel geschrieben und wünschte er käme noch einmal zurück, oder wäre nur stehen geblieben. (Nach Marlies Brümmer, Wendisch Rietz)