Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

Berlin - Neukölln - Kranoldplatz 11

aktuell - geistliches Wort

An(ge)dacht

Liebe Glieder und Freunde unserer Gemeinden, eine Wohngemeinschaft ist eine spannende und oft auch sehr dynamische Angelegenheit. In vieler Hinsicht gibt und nimmt man Anteil aneinander und versucht das Zusammenleben so harmonisch wie möglich zu gestalten. Aber es gibt natürlich auch immer wieder die Herausforderungen des Alltags: Wem gehören welche Dinge? Teilt man alles gemeinsam, oder gibt es im Kühlschrank ein Regal für jede/n Bewohner/in? Wer bringt den Müll raus, wer macht den Abwasch, wer putzt das Klo? Das ist nicht immer nur eitel Sonnenschein. Im Bibelwort für den Monat Dezember kündigt Gott selbst sein Kommen und Bleiben (= Wohnen) in Israel an, und darüber sollen sich die Menschen freuen. Denn die Zeit der Bedrohung und Zerstreuung soll ein Ende haben. Heute will uns dieses Wort einstimmen auf die Advents- und Weihnachtszeit. Die frohe Botschaft lautet: Gott war sich nicht selbst genug und ist nicht bei sich selbst geblieben, sondern er ist in seinem Sohn Jesus Christus Mensch geworden. Einer von uns, aus Leib und Blut und mit allen Sinnen und Gefühlen. So wie damals kommt Gott auch heute zu uns: Mit seinem lebendigen Wort, mit seinem Geist der Liebe und des Friedens, der Vertrauen schenkt und wachsen lässt. So will Gott nicht nur kommen, er möchte auch bei und mit uns wohnen. Und das soll eine sehr innige Wohngemeinschaft sein. Wollen wir das? Was ändert sich dadurch in unserem Leben, in unserem Alltag? Ich hoffe: Vieles. Wenn Gott Anteil nimmt an unserem Leben, wenn wir uns ihm mitteilen, dann wird vieles anders. Und wenn sich Gott uns mitteilt, wenn er seine Gaben mit uns teilt, dann wird vieles ganz anders! Die Frage ist nur: Wollen wir das? Lassen wir ihn ein in unsere Häuser, in unsere Gemeinden, in unser Leben? Johannes schreibt in seinem Evangelium: „Er“ (Gott in Jesus Christus) „kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Kapitel 1, Vers 11) Doch die Verheißung folgt sogleich: „Wie viele ihn aber aufnehmen, denen gab er Macht Gottes Kinder zu werden: Denen, die an seinen Namen glauben, die ... aus Gott geboren sind.“ (Verse 12+13) Lassen wir uns also auf diese heilsame Wohngemeinschaft ein! Sie wird einmünden in Gottes ewige Herrlichkeit. Sein Reich ist jetzt schon mitten unter uns. Eine segensreiche Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Wechsel in das neue Jahr 2022 wünscht Ihnen / Euch Ihr / Euer Pastor Reiner Kempe
Ev.-Luth. Paulusgemeinde (SELK) Berlin-Neukölln, Kranoldplatz 11 Impressum  Kontakt

Gedanken zur Jahreslosung 2022

Jesus lädt zu sich und Gott ein „Draußen vor der Tür“, heißt das Theaterstück, das Wolfgang Borchert im Herbst 1946 geschrieben hat. Ein junger Mann namens Beckmann kehrt zurück nach Deutschland. Beckmann war im Zweiten Weltkrieg Soldat, dann in russischer Gefangenschaft. Von alledem schwer gezeichnet, findet Beckmann nicht mehr in sein altes Leben zurück, weil er überall abgewiesen wird. Er bleibt draußen vor der Tür, wo er stirbt ohne Wärme, ohne Antwort. Einer Mutter ist es im Beisein ihrer Freundinnen peinlich, dass ihr Sohn mit schmutzigen Händen vor ihr steht. Sie schickt ihn mit einem Tadel weg. Wie wird der sich wohl gefühlt haben? Er hatte mit seinen Freunden Fußball gespielt und wollte nur mal schnell seine Mutter drücken, die in der Nähe bei einem Kaffeeklatsch war. Seine schmutzigen Schuhe hatte er extra draußen vor der Tür stehen lassen. Ich bin froh und gewiss, dass ich zu Gott immer kommen kann, auch mit schmutzigen Händen oder mit meinen Problemen, so wie ich bin. Jesus hat das seinen Zeitgenossen vorgelebt. So durften Mütter mit ihren Kindern zu ihm, obwohl seine übereifrigen Jünger das verhindern wollten. Mit den Worten „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid!“ (Matthäus 11,28) lädt Jesus auch heute zu sich und zu Gott ein. Ein blinder Bettler darf zu ihm und erfährt Heilung. Und ein Vater läuft seinem verloren geglaubten Sohn voll Freude entgegen. Türen zu öffnen, ist göttlich. Reinhard Ellsel

Gedanken aus Fürstenwalde

Euer Vater, weiß was ihr bedürft, bevor ihr ihn

bittet. Matthäus 6,8

Hier ist ein Mensch in großer Not. Er betet, ruft es heraus, was ihn belastet, was ihm Angst macht. Wo ist ein Helfer in unserer Not? Auch wir kennen das: Nöte können groß, ja, übermächtig werden. Was da auf uns zukommt, ist viel zu groß, wir können es nicht bewältigen. Unser Leben ist tagtäglich vielen Gefährdungen ausgesetzt und wir haben Angst vor dem, was uns erwartet: Angst vor der Zukunft und sozialem Abstieg. Angst vor Krankheit, vor dem Älterwerden und nicht zuletzt vor dem Tod. Wir können das Leid und die Angst nicht aus unserem Leben ausklammern. Manchmal haben wir Menschen an unserer Seite, die uns helfen. Aber manchmal sind wir auch ganz alleine mit unserer Not. Dann ist es gut, wenn wir sie vor Gott bringen können und auch sollen. Bei IHM dürfen wir abladen, was uns belastet, was uns Mühe und Angst macht. Wir müssen es nicht in uns hineinfressen, sodass es uns krank macht. Bei Gott dürfen wir klagen, in dem Wissen, dass da einer ist, der uns hört und der zu uns steht, ja der uns sogar bedingungslos liebt. Gott sieht unsere Not, jede Träne ist IHM bekannt, kein Seufzen wird von IHM überhört, kein stummes Klagen bleibt unbeachtet. ER ist uns gerade dann nahe, wenn die Not am allergrößten ist. Wenn wir von dieser Nähe durch den Heiligen Geist etwas spüren, können wir neue Kraft schöpfen, um unseren Weg weiterzugehen, gerade dann wenn es mühevoll und beschwerlich wird. Und Paulus sagte: Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark, damit die Kraft Christi auf mich herab kommt. Amen. Andreas Lenz
Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

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An(ge)dacht

Liebe Glieder und Freunde unserer Gemeinden, eine Wohngemeinschaft ist eine spannende und oft auch sehr dynamische Angelegenheit. In vieler Hinsicht gibt und nimmt man Anteil aneinander und versucht das Zusammenleben so harmonisch wie möglich zu gestalten. Aber es gibt natürlich auch immer wieder die Herausforderungen des Alltags: Wem gehören welche Dinge? Teilt man alles gemeinsam, oder gibt es im Kühlschrank ein Regal für jede/n Bewohner/in? Wer bringt den Müll raus, wer macht den Abwasch, wer putzt das Klo? Das ist nicht immer nur eitel Sonnenschein. Im Bibelwort für den Monat Dezember kündigt Gott selbst sein Kommen und Bleiben (= Wohnen) in Israel an, und darüber sollen sich die Menschen freuen. Denn die Zeit der Bedrohung und Zerstreuung soll ein Ende haben. Heute will uns dieses Wort einstimmen auf die Advents- und Weihnachtszeit. Die frohe Botschaft lautet: Gott war sich nicht selbst genug und ist nicht bei sich selbst geblieben, sondern er ist in seinem Sohn Jesus Christus Mensch geworden. Einer von uns, aus Leib und Blut und mit allen Sinnen und Gefühlen. So wie damals kommt Gott auch heute zu uns: Mit seinem lebendigen Wort, mit seinem Geist der Liebe und des Friedens, der Vertrauen schenkt und wachsen lässt. So will Gott nicht nur kommen, er möchte auch bei und mit uns wohnen. Und das soll eine sehr innige Wohngemeinschaft sein. Wollen wir das? Was ändert sich dadurch in unserem Leben, in unserem Alltag? Ich hoffe: Vieles. Wenn Gott Anteil nimmt an unserem Leben, wenn wir uns ihm mitteilen, dann wird vieles anders. Und wenn sich Gott uns mitteilt, wenn er seine Gaben mit uns teilt, dann wird vieles ganz anders! Die Frage ist nur: Wollen wir das? Lassen wir ihn ein in unsere Häuser, in unsere Gemeinden, in unser Leben? Johannes schreibt in seinem Evangelium: „Er“ (Gott in Jesus Christus) „kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Kapitel 1, Vers 11) Doch die Verheißung folgt sogleich: „Wie viele ihn aber aufnehmen, denen gab er Macht Gottes Kinder zu werden: Denen, die an seinen Namen glauben, die ... aus Gott geboren sind.“ (Verse 12+13) Lassen wir uns also auf diese heilsame Wohngemeinschaft ein! Sie wird einmünden in Gottes ewige Herrlichkeit. Sein Reich ist jetzt schon mitten unter uns. Eine segensreiche Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Wechsel in das neue Jahr 2022 wünscht Ihnen / Euch Ihr / Euer Pastor Reiner Kempe

Gedanken zur Jahreslosung 2022

Jesus lädt zu sich und Gott ein „Draußen vor der Tür“, heißt das Theaterstück, das Wolfgang Borchert im Herbst 1946 geschrieben hat. Ein junger Mann namens Beckmann kehrt zurück nach Deutschland. Beckmann war im Zweiten Weltkrieg Soldat, dann in russischer Gefangenschaft. Von alledem schwer gezeichnet, findet Beckmann nicht mehr in sein altes Leben zurück, weil er überall abgewiesen wird. Er bleibt draußen vor der Tür, wo er stirbt ohne Wärme, ohne Antwort. Einer Mutter ist es im Beisein ihrer Freundinnen peinlich, dass ihr Sohn mit schmutzigen Händen vor ihr steht. Sie schickt ihn mit einem Tadel weg. Wie wird der sich wohl gefühlt haben? Er hatte mit seinen Freunden Fußball gespielt und wollte nur mal schnell seine Mutter drücken, die in der Nähe bei einem Kaffeeklatsch war. Seine schmutzigen Schuhe hatte er extra draußen vor der Tür stehen lassen. Ich bin froh und gewiss, dass ich zu Gott immer kommen kann, auch mit schmutzigen Händen oder mit meinen Problemen, so wie ich bin. Jesus hat das seinen Zeitgenossen vorgelebt. So durften Mütter mit ihren Kindern zu ihm, obwohl seine übereifrigen Jünger das verhindern wollten. Mit den Worten „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid!“ (Matthäus 11,28) lädt Jesus auch heute zu sich und zu Gott ein. Ein blinder Bettler darf zu ihm und erfährt Heilung. Und ein Vater läuft seinem verloren geglaubten Sohn voll Freude entgegen. Türen zu öffnen, ist göttlich. Reinhard Ellsel

Gedanken aus Fürstenwalde

Euer Vater, weiß was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

Matthäus 6,8

Hier ist ein Mensch in großer Not. Er betet, ruft es heraus, was ihn belastet, was ihm Angst macht. Wo ist ein Helfer in unserer Not? Auch wir kennen das: Nöte können groß, ja, übermächtig werden. Was da auf uns zukommt, ist viel zu groß, wir können es nicht bewältigen. Unser Leben ist tagtäglich vielen Gefährdungen ausgesetzt und wir haben Angst vor dem, was uns erwartet: Angst vor der Zukunft und sozialem Abstieg. Angst vor Krankheit, vor dem Älterwerden und nicht zuletzt vor dem Tod. Wir können das Leid und die Angst nicht aus unserem Leben ausklammern. Manchmal haben wir Menschen an unserer Seite, die uns helfen. Aber manchmal sind wir auch ganz alleine mit unserer Not. Dann ist es gut, wenn wir sie vor Gott bringen können und auch sollen. Bei IHM dürfen wir abladen, was uns belastet, was uns Mühe und Angst macht. Wir müssen es nicht in uns hineinfressen, sodass es uns krank macht. Bei Gott dürfen wir klagen, in dem Wissen, dass da einer ist, der uns hört und der zu uns steht, ja der uns sogar bedingungslos liebt. Gott sieht unsere Not, jede Träne ist IHM bekannt, kein Seufzen wird von IHM überhört, kein stummes Klagen bleibt unbeachtet. ER ist uns gerade dann nahe, wenn die Not am allergrößten ist. Wenn wir von dieser Nähe durch den Heiligen Geist etwas spüren, können wir neue Kraft schöpfen, um unseren Weg weiterzugehen, gerade dann wenn es mühevoll und beschwerlich wird. Und Paulus sagte: Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark, damit die Kraft Christi auf mich herab kommt. Amen. Andreas Lenz