Paulus-Gemeinde
Berlin-Neukölln
aktuell - geistliches Wort
An(ge)dacht
Gott spricht: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll
aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren
Flügeln.
Maleachi 3,20
Diese Tage bringen die große Freude mit sich, einen
Sonnenaufgang zu erleben! Manchmal spannt sich die
Morgenröte über der Landschaft auf. Es ist so schön, dass ich
ganz gerührt bin. Nach dem Dunkel einer Nacht hat der
Sonnenaufgang für mich jedes Mal, wenn ich seiner gewahr
werde, etwas sehr ergreifendes.
Vielleicht liegt es an den Verbindungen, die sich mir ergeben?
Der Monatsspruch lässt sie anklingen: Die „Sonne der
Gerechtigkeit“ wird aufgehen. Heil wird sie mitbringen. Ich
verstehe es so: Irgendwann wird eine besondere Sonne
erscheinen. Sie bringt mehr als nur Tageslicht, denn sie strahlt
Gerechtigkeit aus. Die vielen Ungerechtigkeiten „Wieso sind
die anderen mehr begabt?“, „Warum muss ich diesen lieben
Menschen durch den Tod verlieren?“ oder „Weshalb zerstören
manche Menschen so gnadenlos die Umwelt?“ werden
deutlich werden und „abgerechnet“ werden. Sogar werden
neue Sichtweisen sich auswirken, denn Gott, der diese letzte
Gerechtigkeit ausübt, ist nicht gnadenlos, sondern liebevoll.
Wir können das Größte erwarten!
Und bald feiern wir Weihnachten! Es geht um ein Baby, eine
junge Mutter, ein Mann, der unsicher ist, bettelarme und
superreiche Menschen – wir verstehen es gut. Und es heißt:
Es hat mit Gott zu tun! Das Baby ist Gott selbst! Er macht sich
zu einem Menschen. Er lebt ein ganzes Menschenleben, von
Anfang bis Ende, von Zeugung bis Tod! Der Prophet Maleachi,
von dem der Monatsspruch stammt, hat es verkündet.
Gerechtigkeit und Heil, also Heilung, werden kommen – da
sind sie, in der Krippe! „Euch ist heute der Heiland geboren“
heißt es doch.
Die Adventszeit ist wie ein Sonnenaufgang: Es dämmert
schon. Der schöne Tag kündigt sich an. Die Dunkelheit und
Kälte werden ein Ende haben. Die Sonne wird Licht und
Wärme bringen. Wie ich am Morgen aufstehe und in den Tag
starte, so breche ich in der Adventszeit auf, aus Hektik und
Stress, aus Oberflächlichkeit und Gedankenlosigkeit. Ich
zünde eine Kerze an und werde still: Er kommt, wie schön!
Klein erscheint Gott in Jesus und vollbringt doch ein großes
Werk: Gerechtigkeit und Heil-Werden für alle Menschen! Lasst
uns gemeinsam auf Weihnachten zu leben: Unsere Sonne der
Gerechtigkeit ist wahrhaft aufgegangen, das feiern wir mit viel
Kerzenlicht und anderen Symbolen. Wir erinnern uns: Das
Kind in der Krippe bringt den neuen Tag mit sich und
irgendwann wird sich alles – wie ein prophetisches Wort –
vollständig bewahrheiten! Volle Vorfreude wie im Advent ist
erlaubt!
Ihr und Euer Pastor Bernhard Mader
Sonnenaufgang. Foto: C. B.
Fürstenwalder Gedanken
Der feste Grund besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt
die Seinen; und es trete ab von Ungerechtigkeit, wer den
Namen des Herrn nennt.
2. Timotheus 2,19
Wenn wir als Kinder unserem Elternhaus Schande gemacht
hatten durch hässliches Reden oder eine böse Tat, war unsere
Gemeinschaft daheim gestört. Es herrschte eine drückende
Atmosphäre und keiner war froh, Eltern nicht und die Kinder
auch nicht. Dadurch merkten wir, was wir angerichtet hatten. Es
kam erst wieder in Ordnung, wenn wir vor unseren Eltern unser
Unrecht einsahen und bereuten. Ähnlich ist es, wenn wir als
Kinder unseres himmlischen Vaters Böses getan haben. Oft
scheint uns unser Handeln zunächst gar nicht so böse zu sein.
Der eigene Verstand oder auch andere Menschen sind bereit,
es zu entschuldigen oder zu verharmlosen, wenn wir die Lüge,
den Neid, die Missachtung nicht so ernst nehmen.
Aber unser Bibelvers sagt uns, dass das nicht geht. Indem
unser Herr Jesus uns die Tür in Gottes Vaterhaus aufgetan hat
und wir zur Familie der Kinder Gottes gehören, hat Er uns
neben der Taufe noch ein zweites Siegel aufgedrückt. Und das
heißt: Wir rücken ab vom Unrecht tun, wir lieben das Gute und
meiden das Böse. Das ist nicht leicht und fordert oft schwere
Entscheidungen. Täglich brauchen wir die Vergebung unseres
Herrn und neue Kraft zum Guten. Aber dann wird sein Friede
und seine Freude in unser Herz einziehen, und wir leben schon
hier als glückliche Kinder wie einst im Vaterhaus.
Dazu ein Gebet von Bruder Nicolas von Flühe:
Herr, nimm mir, was mich trennt von dir,
Herr, gib mir, was mich führt zu dir.
Herr, nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.
Geschwisterliche Grüße aus Fürstenwalde, Andreas Lenz
Sterne, Lichter, Plätzchenduft,
machen schön die Räume,
draußen frische klare Luft,
schneebedeckte Bäume.
Alles wundersam
geschmückt,
wartet auf den Einen,
auf den König, heilig, rein,
Er will uns erscheinen.
Will in unsere Herzen legen
seiner Liebe Licht,
Jesus bringt uns soviel Segen,
Gott selbst zu uns spricht.
Doch wir können es kaum
fassen,
was uns ist geschehen,
würden sonst die Welt ja lassen
und mit dem Herren gehen.
Auf dem Weg mit Jesus
Bild und Gedicht: Marlies Brümmer