Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

Berlin - Neukölln - Kranoldplatz 11

aktuell - weitere Artikel

Ev.-Luth. Paulusgemeinde (SELK) Berlin-Neukölln, Kranoldplatz 11 Impressum  Kontakt

IM GESPRÄCH

4 Fragen an Pfarrer Johann Hillermann

1. Bei Ihrer Einführung als Beauftragter der SELK am Sitz der Bundesregierung im Februar 2014 erklärte Bischof Voigt, dass es gelegentlich auch zu ihren Aufgaben gehören dürfte, zu protestieren. Geben Sie uns einen Einblick: Gab es schon mal Grund zum Protest? Und gab es eine Reaktion? In der hohen Zeit der Flüchtlingskrise erhielt ich Nachrichten über Bedrängnisse, die christliche Flüchtlinge in den Unterkünften erlitten. Ich sprach darüber mit Abgeordneten, sowie auch mit den römisch-katholischen Beauftragten. Ich meinte, daß ein Protest dort angemessen gewesen wäre. Doch obwohl ich einiges an Berichten vorlegen konnte, wurde dieses Thema nicht aufgegriffen; die religiöse Komponente wurde heruntergespielt. 2. Die Kirchen in Deutschland werden zahlenmäßig kleiner. Welchen Eindruck haben Sie: Schaffen es die Kirchen – vielleicht auch durch ökumenische Vernetzung – sich bei wichtigen Themen Gehör zu verschaffen? Die Repräsentanten der großen Konfessionen – also der Evangelischen Landes­kirchen und der Römisch- katholischen Kirche – kommen durchaus in die Nachrichten. Das geschieht aber eher, wenn sie gefragt werden, als wie wenn sie sich zu Wort melden. Ökumenische Vernetzung fällt in der medialen Öffentlichkeit weit hinter diesen Kirchen zurück. 3. Die Zeiten, in denen Kirchen Wahlempfehlungen abgegeben haben, sind vorbei. Gibt es aber vielleicht Kriterien, die uns die SELK an die Hand gibt, um sie in unsere Wahlentscheidung einbeziehen zu können? Es ist ein guter Grundsatz unserer Kirche, daß sie in ihrer Öffentlichkeit keine parteipolitische Überzeugungsarbeit duldet, schon gar nicht von den Amtsträgern. Alle sind zur Buße gerufen, und eine Parteizugehörigkeit – oder die Ablehnung einer Parteizugehörigkeit – kann eine Buße nicht ersetzen. Das macht es nicht leicht! Viel leichter wäre es, die Urteile der Welt nachzusprechen. Doch Jesus sagt feierlich vor Pilatus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Johannes 18,36). Es schadet der Politik nicht, wenn es Orte gibt, wo sie relativiert wird, wo sie anders gesehen wird, als sie sich selber sieht. Paulus schreibt an Timotheus: „So ermahne ich euch nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.“ (1.Timotheus 2,1f). Wir sind an Gottes Gebote gebunden, bevor die Politik etwas von uns erwartet. Das gilt für jede Regierung. Doch wird man als Christ nach Möglichkeit dazu beitragen, daß es eine Politik gibt, wo wir in Ruhe Gottes Gebote halten können, und in Frieden Gottes Segen annehmen können. Dazu gehört auch eine Entscheidung bei der Wahl. 4. Sie üben das Amt des Beauftragten nun schon einige Jahre aus. Gab es ein Erlebnis oder eine Begegnung, die ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben ist? Ich denke gern an den Austausch mit den Beauftragten der großen Kirchen. Man war nicht immer einer Meinung, wurde aber ernst genommen. Kurz vor der Corona-Krise begann auch der Austausch mit den Beauftragten der „Kleinen Kirchen“ – Altkatholiken, Baptisten und Ostkirchen. Im Corona-Jahr ist der – wie ja Vieles – zum Erliegen gekommen.

THEMA WAHLTAG

10 gute Gründe fürs Wählen

Der 26. September ist in Berlin ein „Super-Wahltag“. Die Sitze im Bundestag, im Berliner Abgeordnetenhaus und den BVVs werden neu vergeben. Zeitgleich soll in Berlin noch über ein Volksbegehren abgestimmt werden. Hier finden Sie 10 gute Gründe, warum es Sinn macht, an den Wahlen teilzunehmen: 1. Weil es mein Recht und Privileg ist! Dank Artikel 20 des Grundgesetzes kann jede und jeder Wahlberechtigte aktiv an der Demokratie mitwirken. In vielen Ländern ist das nicht selbstverständlich. Ich sollte mein Recht auf Mitbestimmung daher nutzen. 2. Weil jede Stimme zählt! Die Entscheidung, wer das Land regiert, kann von wenigen Stimmen abhängen — im Zweifel genau von meiner. Meine Stimme ist wichtig. 3. Weil andere entscheiden, wenn ich nicht wähle! Werden Stimmen nicht abgegeben, gehen sie verloren. Gehe ich nicht wählen, werden andere entscheiden, wer mich vertritt. 4. Weil Wählen mich vor Extremismus schützt! Wer nicht wählt, erleichtert es extremistischen Strömungen, einen größeren Einfluss auf unsere Gesellschaft und die Politik zu bekommen. Eine hohe Wahlbeteiligung und dadurch auch meine Stimme kann das verhindern. 5. Weil Nichtwählen aus Protest nicht funktioniert! Will ich einer Partei einen Denkzettel verpassen, indem ich nicht wähle, funktioniert das nicht. Meine Stimme fällt einfach unter den Tisch. 6. Weil Wählen heißt, Verantwortung zu übernehmen! Die Politik entscheidet heute über viele Themen von morgen. Wenn ich heute darauf verzichte zu wählen, verzichte ich auch darauf, die Zukunft mitzugestalten. 7. Weil ich aktiv die Politik beeinflussen kann! Mit meiner Stimme nehme ich Einfluss auf die Politik. Die Politik wiederum nimmt Einfluss auf wesentliche Fragen des Alltags. So kann ich alleine schon durch meine Stimmabgabe die Politik aktiv beeinflussen. 8. Weil auch ungültige Stimmzettel zählen! Lieber einen ungültigen Stimmzettel abgeben als gar keinen — denn ungültige Stimmen zählen in die Wahlbeteiligung hinein. Ein hoher Anteil ungültiger Stimmen zeigt: Viele Bürger finden keine Partei, die sie repräsentiert. 9. Weil Wählen Bürgerpflicht ist! Niemand ist gezwungen, zur Wahl zu gehen. Ich habe die Freiheit dazu — und sollte sie nutzen. Denn eine Demokratie kann nur dauerhaft bestehen, wenn sich die Bürger an ihr beteiligen. Außerdem ist unsere Regierung dadurch legitimiert, dass möglichst viele sie gewählt haben. 10. Weil ich beeinflusse, wer Kanzler und Regierender wird! Der mit meiner Stimme gewählte Bundestag wählt den neuen Bundeskanzler, das Abgeordnetenhaus den Regierenden Bürgermeister. Mit meiner Stimme entscheide ich also mit, welche Partei die Person stellt, die in der nächsten Legislaturperiode die Regierungsgeschäfte führt und die Leitlinien der Politik verantwortet. Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg (gekürzt)
Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

aktuell - weitere Artikel

IM GESPRÄCH

4 Fragen an Pfarrer Johann Hillermann

1. Bei Ihrer Einführung als Beauftragter der SELK am Sitz der Bundesregierung im Februar 2014 erklärte Bischof Voigt, dass es gelegentlich auch zu ihren Aufgaben gehören dürfte, zu protestieren. Geben Sie uns einen Einblick: Gab es schon mal Grund zum Protest? Und gab es eine Reaktion? In der hohen Zeit der Flüchtlingskrise erhielt ich Nachrichten über Bedrängnisse, die christliche Flüchtlinge in den Unterkünften erlitten. Ich sprach darüber mit Abgeordneten, sowie auch mit den römisch-katholischen Beauftragten. Ich meinte, daß ein Protest dort angemessen gewesen wäre. Doch obwohl ich einiges an Berichten vorlegen konnte, wurde dieses Thema nicht aufgegriffen; die religiöse Komponente wurde heruntergespielt. 2. Die Kirchen in Deutschland werden zahlenmäßig kleiner. Welchen Eindruck haben Sie: Schaffen es die Kirchen – vielleicht auch durch ökumenische Vernetzung – sich bei wichtigen Themen Gehör zu verschaffen? Die Repräsentanten der großen Konfessionen – also der Evangelischen Landes­kirchen und der Römisch-katholischen Kirche – kommen durchaus in die Nachrichten. Das geschieht aber eher, wenn sie gefragt werden, als wie wenn sie sich zu Wort melden. Ökumenische Vernetzung fällt in der medialen Öffentlichkeit weit hinter diesen Kirchen zurück. 3. Die Zeiten, in denen Kirchen Wahlempfehlungen abgegeben haben, sind vorbei. Gibt es aber vielleicht Kriterien, die uns die SELK an die Hand gibt, um sie in unsere Wahlentscheidung einbeziehen zu können? Es ist ein guter Grundsatz unserer Kirche, daß sie in ihrer Öffentlichkeit keine parteipolitische Überzeugungsarbeit duldet, schon gar nicht von den Amtsträgern. Alle sind zur Buße gerufen, und eine Parteizugehörigkeit – oder die Ablehnung einer Parteizugehörigkeit – kann eine Buße nicht ersetzen. Das macht es nicht leicht! Viel leichter wäre es, die Urteile der Welt nachzusprechen. Doch Jesus sagt feierlich vor Pilatus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Johannes 18,36). Es schadet der Politik nicht, wenn es Orte gibt, wo sie relativiert wird, wo sie anders gesehen wird, als sie sich selber sieht. Paulus schreibt an Timotheus: „So ermahne ich euch nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.“ (1.Timotheus 2,1f). Wir sind an Gottes Gebote gebunden, bevor die Politik etwas von uns erwartet. Das gilt für jede Regierung. Doch wird man als Christ nach Möglichkeit dazu beitragen, daß es eine Politik gibt, wo wir in Ruhe Gottes Gebote halten können, und in Frieden Gottes Segen annehmen können. Dazu gehört auch eine Entscheidung bei der Wahl. 4. Sie üben das Amt des Beauftragten nun schon einige Jahre aus. Gab es ein Erlebnis oder eine Begegnung, die ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben ist? Ich denke gern an den Austausch mit den Beauftragten der großen Kirchen. Man war nicht immer einer Meinung, wurde aber ernst genommen. Kurz vor der Corona-Krise begann auch der Austausch mit den Beauftragten der „Kleinen Kirchen“ – Altkatholiken, Baptisten und Ostkirchen. Im Corona-Jahr ist der – wie ja Vieles – zum Erliegen gekommen.

THEMA WAHLTAG

10 gute Gründe fürs Wählen

Der 26. September ist in Berlin ein „Super-Wahltag“. Die Sitze im Bundestag, im Berliner Abgeordnetenhaus und den BVVs werden neu vergeben. Zeitgleich soll in Berlin noch über ein Volksbegehren abgestimmt werden. Hier finden Sie 10 gute Gründe, warum es Sinn macht, an den Wahlen teilzunehmen: 1. Weil es mein Recht und Privileg ist! Dank Artikel 20 des Grundgesetzes kann jede und jeder Wahlberechtigte aktiv an der Demokratie mitwirken. In vielen Ländern ist das nicht selbstverständlich. Ich sollte mein Recht auf Mitbestimmung daher nutzen. 2. Weil jede Stimme zählt! Die Entscheidung, wer das Land regiert, kann von wenigen Stimmen abhängen — im Zweifel genau von meiner. Meine Stimme ist wichtig. 3. Weil andere entscheiden, wenn ich nicht wähle! Werden Stimmen nicht abgegeben, gehen sie verloren. Gehe ich nicht wählen, werden andere entscheiden, wer mich vertritt. 4. Weil Wählen mich vor Extremismus schützt! Wer nicht wählt, erleichtert es extremistischen Strömungen, einen größeren Einfluss auf unsere Gesellschaft und die Politik zu bekommen. Eine hohe Wahlbeteiligung und dadurch auch meine Stimme kann das verhindern. 5. Weil Nichtwählen aus Protest nicht funktioniert! Will ich einer Partei einen Denkzettel verpassen, indem ich nicht wähle, funktioniert das nicht. Meine Stimme fällt einfach unter den Tisch. 6. Weil Wählen heißt, Verantwortung zu übernehmen! Die Politik entscheidet heute über viele Themen von morgen. Wenn ich heute darauf verzichte zu wählen, verzichte ich auch darauf, die Zukunft mitzugestalten. 7. Weil ich aktiv die Politik beeinflussen kann! Mit meiner Stimme nehme ich Einfluss auf die Politik. Die Politik wiederum nimmt Einfluss auf wesentliche Fragen des Alltags. So kann ich alleine schon durch meine Stimmabgabe die Politik aktiv beeinflussen. 8. Weil auch ungültige Stimmzettel zählen! Lieber einen ungültigen Stimmzettel abgeben als gar keinen — denn ungültige Stimmen zählen in die Wahlbeteiligung hinein. Ein hoher Anteil ungültiger Stimmen zeigt: Viele Bürger finden keine Partei, die sie repräsentiert. 9. Weil Wählen Bürgerpflicht ist! Niemand ist gezwungen, zur Wahl zu gehen. Ich habe die Freiheit dazu — und sollte sie nutzen. Denn eine Demokratie kann nur dauerhaft bestehen, wenn sich die Bürger an ihr beteiligen. Außerdem ist unsere Regierung dadurch legitimiert, dass möglichst viele sie gewählt haben. 10. Weil ich beeinflusse, wer Kanzler und Regierender wird! Der mit meiner Stimme gewählte Bundestag wählt den neuen Bundeskanzler, das Abgeordnetenhaus den Regierenden Bürgermeister. Mit meiner Stimme entscheide ich also mit, welche Partei die Person stellt, die in der nächsten Legislaturperiode die Regierungsgeschäfte führt und die Leitlinien der Politik verantwortet. Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg (gekürzt)